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Überstunden in Elektronikunternehmen erreichen im Juni wegen KI-Booms Rekordwert
Die Zahl der Überstunden in Taiwans Elektronikunternehmen hat im Juni einen Rekordwert für diesen Monat erreicht, seit die Aufzeichnungen im Jahr 1980 begonnen wurden. Grund dafür ist die anhaltend starke globale Nachfrage im Zuge des Booms bei künstlicher Intelligenz (KI), zeigten Daten des Statistikamtes (DGBAS).
Laut Statistikamt leisteten Beschäftigte in der Elektronikkomponentenbranche im Juni durchschnittlich 28,7 Überstunden – deutlich mehr als der landesweite Durchschnitt von 9,1 Stunden im Industrie- und Dienstleistungssektor.
Auch in der Computer- und Optoelektronikbranche erreichte die durchschnittliche Zahl der Überstunden im Juni mit 17,7 Stunden einen Rekordwert für diesen Monat und damit den höchsten Stand seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1980.
Die DGBAS erklärte, die anhaltende weltweite Begeisterung für KI habe zu einem starken Anstieg der Aufträge für taiwanische Technologieunternehmen geführt und die Arbeitgeber dazu veranlasst, verstärkt auf Überstunden zurückzugreifen. Die Zahl der Überstunden gelte zudem als wichtiger Indikator für die Geschäftstätigkeit in diesem Sektor.
Im Juni lag die durchschnittliche Zahl der Überstunden im verarbeitenden Gewerbe bei 18,0 Stunden. Das waren 0,5 Stunden mehr als im Vorjahresmonat, dem Juni 2025, aber 0,3 Stunden weniger als im Mai 2026. Im gesamten Industrie- und Dienstleistungssektor belief sich die durchschnittliche Zahl der Überstunden auf 9,1 Stunden – 0,5 Stunden mehr als ein Jahr zuvor, aber 0,2 Stunden weniger als im Vormonat.
Im ersten Halbjahr lag der landesweite Durchschnitt bei 9,1 Überstunden pro Monat, 0,4 Stunden mehr als im Vorjahreszeitraum. Im verarbeitenden Gewerbe stieg die durchschnittliche Zahl der Überstunden gegenüber dem Vorjahr um 0,8 Stunden auf 17,8 Stunden.
Die durchschnittliche monatliche Arbeitszeit im Industrie- und Dienstleistungssektor belief sich im Zeitraum Januar bis Juni auf 163,1 Stunden und lag damit 2,0 Stunden unter dem Vorjahreswert. Allein im Juni stieg die durchschnittliche Arbeitszeit gegenüber Mai um 5,0 Stunden auf 171,2 Stunden, teilte die DGBAS mit.
Anzahl der Beschäftigten steigt im Juni
Die Beschäftigung im taiwanischen Industrie- und Dienstleistungssektor belief sich Ende Juni auf insgesamt 8,58 Millionen Personen. Das waren 10.000 beziehungsweise 0,12 Prozent mehr als Ende Mai. Das verarbeitende Gewerbe verzeichnete mit einem Plus von 4.000 Arbeitsplätzen den stärksten monatlichen Beschäftigungszuwachs.
Innerhalb des verarbeitenden Gewerbes entwickelten sich die Beschäftigungszahlen im Juni unterschiedlich. Die Zahl der Beschäftigten in der Elektronikkomponentenbranche stieg gegenüber dem Vormonat um 0,60 Prozent, während die Beschäftigung in der Computer- und Optoelektronikbranche um 0,27 Prozent zunahm. Dagegen sank die Zahl der Beschäftigten in der Gummi- und Kunststoffwarenindustrie um 0,37 Prozent und in der Kunststoffindustrie um 0,13 Prozent. Tan Wen-ling (譚文玲), stellvertretende Leiterin der Statistikabteilung des Statistikamtes (DGBAS), sagte, der Beschäftigungsrückgang in einigen traditionellen Industriezweigen zeige, dass sich die Lage in diesen Bereichen noch weiter verbessern müsse.
Statistikamt hebt Wachstumsprognose für Taiwan 2026 auf 11,05 Prozent an – höchster Wert seit 39 Jahren
Taiwans Statistikamt (DGBAS) hat seine Prognose für das Wirtschaftswachstum Taiwans im Jahr 2026 auf 11,05 Prozent angehoben. Dies wäre der höchste Wert seit 39 Jahren. Als Grund nannte die Behörde die anhaltend starke weltweite Nachfrage nach Anwendungen im Bereich künstliche Intelligenz (KI). Die neue Prognose liegt 1,41 Prozentpunkte über der bisherigen Schätzung. Sollte sie eintreten, wäre dies das stärkste jährliche Wirtschaftswachstum Taiwans seit 1987, als das BIP um 12,75 Prozent zulegte. Im zweiten Quartal wuchs Taiwans BIP gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 12,93 Prozent, nachdem bereits im ersten Quartal ein Wachstum von 15,43 Prozent verzeichnet worden war. Im ersten Halbjahr insgesamt expandierte die Wirtschaft laut DGBAS um 14,15 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Tsai Yu-tai (蔡鈺泰), Leiter der Statistikabteilung des Statistikamts, erklärte, dass vor allem stärker als erwartete Exporte, Investitionen und Konsumausgaben zur Anhebung der Prognose geführt hätten. Angetrieben vom weltweit stark zunehmenden Interesse an KI sowie den höheren Investitionen großer Cloud-Anbieter in die KI-Infrastruktur wird für Taiwan 2026 nun ein Wachstum der Exporte von Waren und Dienstleistungen um 21,28 Prozent erwartet – 1,35 Prozentpunkte mehr als in der vorherigen Prognose. Die Importe von Waren und Dienstleistungen sollen demnach um 21,15 Prozent steigen. Das sind 3,85 Prozentpunkte mehr als bislang erwartet. Das Statistikamt prognostiziert außerdem, dass Taiwans Warenexporte 2026 einen Wert von 903,6 Milliarden US-Dollar erreichen werden. Das entspräche einem Anstieg von 41,19 Prozent und wäre das stärkste Exportwachstum seit 50 Jahren. Die starke Nachfrage im Zusammenhang mit KI hat viele taiwanische Exportunternehmen – insbesondere in der Halbleiterindustrie – dazu veranlasst, ihre Investitionen in Produktionsanlagen und andere Sachanlagen deutlich zu erhöhen. Daher hob die DGBAS ihre Prognose für das Wachstum der privaten Investitionen auf 11,58 Prozent an – 5,15 Prozentpunkte mehr als in der vorherigen Schätzung.