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Taiwan offen für Teilnahme an globalem LNG-Programm
Um die Auswirkungen von Störungen auf dem globalen Gasmarkt infolge der US-amerikanischen und israelischen Angriffe auf den Iran abzumildern, prüft Taiwan derzeit den Ausbau seiner inländischen LNG-Vorräte sowie den Aufbau strategischer Reserven in Zusammenarbeit mit regionalen Partnern.
Die Teilnahme an einem globalen LNG-Programm hängt laut einem Beamten der nationalen Energiebehörde davon ab, dass die Lieferungen auch im Falle eines Konflikts mit China weiterhin gewährleistet sind.
Im Zuge einer stärkeren Diversifizierung der LNG-Importe weg vom Nahen Osten plant Taiwan, den Anteil der Lieferungen aus den USA von derzeit 10 Prozent auf 25 Prozent bis 2029 zu erhöhen und auch die Importe aus Australien auszuweiten.
Foxconn und Mitsubishi Fuso planen Export von Elektrobussen
Foxconn und Mitsubishi Fuso Truck and Bus planen die Gründung eines Joint Ventures im Verhältnis 50:50, um die Expertise des taiwanischen Konzerns in der Entwicklung von Elektrofahrzeugen mit der Produktionserfahrung von Mitsubishi zu verbinden.
Das Gemeinschaftsunternehmen soll sich auf die Entwicklung und Produktion von Elektrobussen für den Export konzentrieren, wobei die Fertigung im Mitsubishi-Werk in Toyama erfolgen soll.
Foxconn baut derzeit sein Geschäft im Bereich der Auftragsentwicklung und -produktion von Elektrofahrzeugen als neuen Wachstumstreiber neben der Elektroniksparte aus. Die Kooperation markiert den Schritt des Unternehmens in den globalen Markt dieses Segments und nutzt die bestehende Marktpräsenz von Mitsubishi Fuso in Südostasien und Australien.
Umsatz von Nanya Technology steigt stark durch DRAM-Knappheit
Der DRAM-Hersteller Nanya Technology Corp (南亞科技) hat bekannt gegeben, dass sein Umsatz im ersten Quartal im Jahresvergleich um 582,91 Prozent auf 49,09 Milliarden NT-Dollar (1,54 Milliarden US-Dollar) gestiegen ist, verglichen mit 7,19 Milliarden NT-Dollar im Vorjahr. Grund dafür ist eine Angebotsknappheit, die zu steigenden Chippreisen geführt hat.
Speicherhersteller erhöhen derzeit die Preise für die meisten Chipkategorien und reduzieren gleichzeitig das Angebot an DRAM-Chips für PCs, um sich gegen Risiken durch schwache PC-Nachfrage in diesem Jahr abzusichern.
Diese Angebotsverknappung kommt Nanya zugute, da DRAM-Chips zu den Kernprodukten des Unternehmens gehören.
Taiwans Inflation steigt moderat – stärkerer Anstieg erwartet
Der taiwanische Verbraucherpreisindex (CPI) stieg im März im Jahresvergleich um 1,2 Prozent, wobei für April ein stärkerer Anstieg erwartet wird. Laut der Statistikbehörde DGBAS konnten staatliche Maßnahmen zur Preisstabilisierung die Inflation trotz stark steigender globaler Energiepreise begrenzen.
Der durchschnittliche Preis für 95-Oktan-Benzin lag im März bei 30,64 NT-Dollar pro Liter und damit leicht unter dem Vorjahreswert. Obwohl die von OPEC beobachteten Ölpreise zwischen Februar und März um über 70 Prozent stiegen, erhöhten sich die inländischen Kraftstoffpreise nur um 6,49 Prozent.
Zusätzlich sorgten stabile Wetterbedingungen für ein größeres Obstangebot, was den CPI im Vergleich zum Vorjahr um 0,61 Prozentpunkte senkte.
Für April wird jedoch zunehmender Preisdruck erwartet. Der Benzinpreis stieg bis Ende März auf 33,9 NT-Dollar pro Liter. Selbst bei stabilen Preisen im April entspricht dies einem Anstieg von etwa 10 Prozent gegenüber dem März-Durchschnitt. Auch höhere Treibstoffzuschläge bei Flugtickets dürften die Inflation antreiben.
Die Kerninflation lag im März bei 1,94 Prozent und könnte im April etwa 2 Prozent erreichen. Gleichzeitig stiegen die Importpreise um 8,53 Prozent – der höchste Wert seit fast vier Jahren – was sich verzögert auf die Verbraucherpreise auswirken dürfte.
Taiwan sichert Ölversorgung trotz Spannungen im Nahen Osten
Taiwan hat sich im April rund 8 Millionen Barrel Rohöl aus dem Roten Meer gesichert, was etwa einem Drittel seines monatlichen Bedarfs entspricht. Ziel ist es, Lieferstörungen in der Straße von Hormus zu umgehen und die inländische Versorgung zu stabilisieren.
Der Präsident des staatlichen Ölunternehmens CPC, J.Z. Fang (方振仁), erklärte, dass die durch den Iran-Krieg verursachten Störungen Taiwan dazu veranlasst hätten, alternative Beschaffungsstrategien zu entwickeln. Dazu gehört die stärkere Diversifizierung der Bezugsquellen, etwa durch zusätzliche Importe aus Westafrika sowie mögliche Lieferungen aus Südostasien, Australien und den USA.
Derzeit importiert CPC kein Öl über die Straße von Hormus. Stattdessen arbeitet das Unternehmen mit Lieferanten aus dem Nahen Osten an alternativen Transportwegen. Diskutiert werden unter anderem Pipeline-Lösungen sowie alternative Häfen, etwa der Transport saudischen Öls zu Terminals am Roten Meer oder von Öl aus den Vereinigten Arabischen Emiraten über Oman.
Zudem befindet sich ein Tanker mit etwa 2 Millionen Barrel Öl im Persischen Golf, kann jedoch aufgrund der Spannungen noch nicht auslaufen. Vier weitere Tanker mit insgesamt 8 Millionen Barrel sollen im April vom Roten Meer aus starten.