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Premier stellt „Taiwan-Modell“ zur Ausweitung von Investitionen in den USA vor
Premierminister Cho Jung-tai (卓榮泰) gab am Freitag bekannt, dass die Regierung ein „Taiwan-Modell“ vorgeschlagen hat, um inländische Unternehmen bei Investitionen in den USA zu unterstützen. Cho erklärte laut CNA, dass Unternehmen nach diesem Modell eigenständig in den USA investieren würden, während die Regierung finanzielle Garantien bereitstellt. Zudem würden von den USA eingerichtete Zonen Verwaltungsverfahren, Infrastrukturversorgung, Arbeitskräftearrangements, Transport sowie Passprozesse erleichtern, sagte Cho.
Dieses Modell helfe Unternehmen dabei, sich in einem stabilen Umfeld nach den Zollerhöhungen in den USA anzupassen, zu transformieren und weiterzuentwickeln, so Cho. Der Premier versicherte, dass die Regierung während der gesamten Zollverhandlungen zwischen Taiwan und den USA sowohl nationale als auch industrielle Interessen sowie die öffentliche Gesundheit und Lebensmittelsicherheit schützt. Gleichzeitig werde die Regierung die Industrie weiterhin durch das spezielle Resilienzbudget und Revitalisierungsprogramme für kleine und mittlere Unternehmen unterstützen, damit Unternehmen globalen Unsicherheiten nicht allein ausgesetzt sind. Die Chefunterhändlerin für Handel, Yang Chen-ni (楊珍妮), sagte vergangene Woche, dass die Zollverhandlungen mit den USA in ihrer finalen Phase angekommen seien. Beide Seiten tauschten derzeit Dokumente aus, und Taiwan bemühe sich um die bestmöglichen Bedingungen. „Wir setzen die letzten Feinheiten“, sagte sie. Die USA hatten am 7. August einen vorübergehenden Zoll von 20 % auf importierte taiwanische Produkte verhängt, nachdem der Satz zuvor von 32 % gesenkt worden war.
Foxconn meldet Umsatzanstieg von 26 %, während der KI-Boom anhält
Foxconn verzeichnete im November einen Umsatzanstieg von 26 % im Vergleich zum Vorjahr, da die Nachfrage nach Servern im Zuge des KI-Booms weiter zunahm, so berichtet NBC. Das taiwanische Unternehmen, ist der weltweit größte Auftragshersteller für Elektronik. Es produziert unter anderem die Server, in denen in Rechenzentren die Chips verbaut werden, und montiert außerdem Apples iPhone.
Foxconn meldete am Freitag in seinem monatlichen Umsatzbericht ein „starkes Wachstum“ im Jahresvergleich für seine Cloud- und Netzwerkprodukte und verwies dabei auf „Schwung bei KI-Server-Racks“. Für den November gab das Unternehmen einen Umsatz von 844,3 Mrd. NT$ (27 Mrd. US-Dollar) bekannt.
Als langjähriger Partner vieler der weltweit größten Technologiekonzerne, darunter Nvidia und Apple, ist Foxconn in jüngerer Zeit zu einem wichtigen Akteur beim Aufbau von KI-Infrastruktur geworden. Im Mai wurde bekannt gegeben, dass das Unternehmen Infrastruktur für eine große KI-Fabrik in Taiwan bereitstellen werde – in Zusammenarbeit mit Nvidia und der taiwanischen Regierung. Zwei Monate später kündigte Foxconn an, eine Beteiligung am Rechenzentrumsbauunternehmen TECO Electric & Machinery Co. zu erwerben. OpenAI erklärte im vergangenen Monat, dass es mit dem taiwanischen Unternehmen bei Designarbeiten und der Vorbereitung der US-Produktion für Hardware der nächsten Generation von KI-Infrastrukturen zusammenarbeiten werde. Foxconns Umsatz im Monatsvergleich ging um etwa 6 % zurück; das Unternehmen verwies dabei auf einen leichten Rückgang im Bereich der intelligenten Unterhaltungselektronik. „Die Auslieferungen von KI-Server-Racks steigen weiter, und ICT-Produkte befinden sich in der zweiten Jahreshälfte in der Hochsaison", hieß es im monatlichen Bericht zum Geschäftsausblick für das vierte Quartal.
Im November erklärte das Unternehmen, dass das Wachstum seines KI-Server-Geschäfts zu einem Gewinnanstieg von 17 % im dritten Quartal im Jahresvergleich geführt habe.
Seit Jahresbeginn 2025 ist der Aktienkurs von Foxconn um 26 % gestiegen, nachdem er in den vorangegangenen 12 Monaten bereits um 76 % zugelegt hatte.
Taiwanische Guaven in Europa erhältlich
Erstmals sind taiwanische Guaven offiziell in Europa erhältlich. Möglich wurde dies, nachdem die Europäische Union in diesem Jahr die Einfuhr von Mangoes und Guaven aus Taiwan genehmigt hat. Die Früchte erfüllten zuvor alle strengen Hygiene- und Sicherheitsauflagen der EU. Um die Markteinführung zu unterstützen, reiste Tainans Bürgermeister Huang Wei-che nach Europa und stellte die Guaven persönlich vor.
Am Freitag besuchte Huang einen Markt in Amsterdam, wo die Früchte erstmals angeboten wurden. Er zeigte sich erfreut darüber, dass die in Taiwan angebauten Guaven nun ihren Weg in niederländische Geschäfte gefunden haben. Besonders für im Ausland lebende Taiwanerinnen und Taiwaner sei dies eine erfreuliche Nachricht. Viele von ihnen vermissen die typischen Früchte ihrer Heimat.
Unter den ersten Kundinnen war eine Frau namens Winnie, die seit über 40 Jahren in Europa lebt. Sie sagte, sie sei begeistert über das Angebot und hoffe künftig auch auf Mangoes und Wachsäpfel aus Taiwan.
Offizielle Zahlen zur Menge der ersten Lieferung wurden nicht veröffentlicht, und bis Oktober dieses Jahres waren in den Exportstatistiken noch keine Guavenlieferungen nach Europa verzeichnet. Dennoch sehen taiwanische Vertreter großes Potenzial: Taiwans Repräsentant in den Niederlanden, Tien Chung-kwang, erklärte, die wirtschaftliche Zusammenarbeit sei eng und die Niederlande könnten ein wichtiges Eingangstor in den europäischen Markt werden. Vor seinem Aufenthalt in Amsterdam besuchte Huang mit einer Delegation Frankreich. Auf dem Rungis-Großmarkt in Paris führte er Gespräche mit Obstgroßhändlern und präsentierte zusätzlich verarbeitete Spezialitäten aus Tainan – darunter Trockenfrüchte, Garnelencracker und traditionelle Getränke.