Geflüchtete Frauen zwischen Krieg und Distanz (Arabisch)
Flucht verändert alles. Doch wie ergeht es Frauen, die den Krieg überlebt haben, nun in der Schweiz? Sie leben in Sicherheit. Doch ihre Gedanken sind oft tausende Kilometer weit weg. Über diesen schmerzhaften Spagat zwischen zwei Welten geht es in dieser Folge von Nosotras.
Ein ruhiges Zimmer in einer Schweizer Gemeinde. Draussen scheint die Sonne. Doch drinnen, auf dem Küchentisch, liegt das Smartphone. Es ist die einzige Brücke in die Heimat. Für geflüchtete Frauen ist dieses Telefon Segen und Fluch zugleich. Jede Nachricht kann das Leben verändern.
„Ich bin hier physisch in Sicherheit. Mein Körper ist hier. Aber mein Herz und meine Seele sind in der Heimat, bei meiner Mutter und meinen Geschwistern. Wenn die Sirenen dort heulen, schlafe ich hier nicht.“ Diese Zerrissenheit bestimmt den Alltag. Auf der einen Seite steht das neue Leben: Deutsch lernen, Anträge ausfüllen, Wohnungen suchen und oft müssen die Frauen ihre Kinder alleine durch den neuen Alltag bringen. Viele Männer mussten im Kriegsgebiet zurückbleiben. Das bedeutet die volle Verantwortung für die Frauen – und eine immense Einsamkeit.
Auf der anderen Seite steht die ständige Angst um die Familie im Krieg. Diese mentale Last ist unsichtbar, aber schwer wie Blei. Fachleute nennen das „transnationale Sorgen“. Sie führen oft zu tiefer Erschöpfung und Schlafplatzmangel. „Die Frauen stehen unter Dauerstrom. Sie versuchen, in der Schweiz zu funktionieren und stark zu sein. Doch die ständige Sorge um die Liebsten im Krieg blockiert sie. Man kann sich schwer integrieren, wenn die Heimat im Kopf brennt.“
Trotz dieser riesigen Last zeigen die Frauen enorme Stärke. Netzwerke und Treffpunkte – oft von Vereinen organisiert – werden für sie überlebenswichtig. Hier können sie reden, weinen und für einen Moment die Last teilen. Es sind Orte, an denen sie nicht nur „Geflüchtete“ sind, sondern einfach Frauen, die sich gegenseitig halten.
Ein Leben in Sicherheit, aber ohne Seelenfrieden. Der Weg in ein neues Leben braucht Zeit – und vor allem Mitgefühl von uns allen.
Sendung vom 22.04.2026
Moderation und Redaktion: Samira Mussa & Bund Samar
The post Geflüchtete Frauen zwischen Krieg und Distanz (Arabisch) appeared first on Kanal K.